Pediga und Falten

Eine vermutlich innerhalb kürzester Zeit ebenso unbekannte Dame, wie sie es schon vorher war, ist als Pressesprecherin von Pegida abgetreten. Besonders beliebt war sie in den Medien nicht (was ich wegen der leicht prolligen aufgemalten Augenbrauen schon mal grundsätzlich verstehen kann) und das kann man natürlich auch in den Bildern nachvollziehen.

Während Spiegel Online noch ein einigermaßen neutrales Bild verwendet:

Oertel_spiegel

fischt sich BILD ein weitaus weniger vorteilhaftes Bild heraus:

Oertel_BILD

und lässt es sich auch nicht nehmen eine eher mittelmäßig witzige Schlagzeile dazu zu basteln.

Die Vorlage wurde in dem vom EU Politiker Martin Sonneborn verlinkten Bild dankbar aufgenommen, da wird Leni mit der Gottschalk-Perücke aus dem Grabe hervorgekramt:

Oertel_Sonneborn

1.800.000.000 Fotos pro Tag neu im Internet

Pro Tag werden im Internet im Jahr 2014 rund 1,8 Milliarden Fotos veröffentlicht. Hochgerechnet aufs Jahr sind das rund 650 Milliarden Bilder. (Quelle: Kleiner, Perkins, Caufield & Byers)

Ein Jahr hat schlappe 31,5 Millionen Sekunden, pro Sekunde entspricht das über 20.000 Bildern.

Wollte ich nur mal erwähnen.

 

 

flickr nutzt ungefragt Bilder seiner Nutzer

spon_flickr

Wie Spiegel Online berichtet, regen sich einige Nutzer von flickr darüber auf, dass ihre Fotos von flickr auch vermarktet werden, ohne dafür irgendwie beteiligt zu werden. Die Bilder werden vom Webdienst, der Yahoo gehört, für Posterdrucke auf Leinwand genutzt.

Die Aufregung scheint mir allerdings aus zwei Gründen übertrieben. Von Yahoo werden wohl nur Bilder genutzt, die die Fotografen unter einer CC (Creative Commons) Lizenz veröffentlicht haben, die auch eine kommerzielle Nutzung der Bilder mit einschließt. Ob das dann Yahoo / flickr macht, die praktischerweise an der Quelle sitzen und das richtig ausnützen können, oder irgendein Dritter sollte eigentlich egal sein.

Als im Web publizierender Fotograf sollte man sich grundsätzlich mit einigen einfachen Mitteln vor einer unerwünschten Publikation von Bildern schützen können.

  1. Um auch nur einigermaßen gut aussehende Poster oder Leinwanddrucke verkaufen zu können, brauchen diese Bilder mit einer entsprechenden Auflösung. Ein Fotograf der High-resolution Bilder ins Netz bei einem Anbieter einstellt, der die Nutzung der Bilder nicht ausschließt oder sogar „androht“, ist damit selbst schuld wenn es passiert. Zur Präsentation im Netz reichen in der Regel niedrig aufgelöste Bilder mit einer Kantenlänge von unter 1000 Pixel völlig aus. Leinwanddrucke von solchen Bildern sehen nicht allzu gut aus und dürften damit für die kommerzielle Nutzung weniger interessant sein.
  2. Bilder sollte man grundsätzlich nur mit Wasserzeichen im Netz veröffentlichen. Die Balance zwischen „Bildwirkung beeinträchtigen“ und „unerlaubte / unerwünschte Nutzung verhindern“ ist nicht ganz einfach aber man kann davon ausgehen, dass die Hemmschwelle zur Nutzung eines Bildes deutlich höher ist, wenn ein clever plaziertes Wasserzeichen auf den Fotografen hinweist.
  3. sollte man seine Bilder auch mit Metainformationen versehen. Ganz grundsätzlich: mit dem Namen des Fotografen, mit der Information zum Urheberrechtsstatus und mit der Website / Kontaktmöglichkeit. Das hilft nur begrenzt, weil man solche Infos auch wieder aus Bildern entfernen kann bzw. bringt bei CC Veröffentlichungen gar nichts, weil man diesem Fall ja explizit die Erlaubnis zur Nutzung gegeben hat.

Generell ist die Tendenz zur Nutzung und damit Monetarisierung von Nutzer generierten Inhalten bei vielen Social Media Unternehmen zunehmend. Auch facebook versucht sich die kostenlose Nutzung von Bildern seiner Nutzer durch entsprechende Anpassung der AGBs zu sichern. Dagegen helfen die: „facebook hat wieder an seinen AGBs gespielt…hiermit widerspreche ich jeglicher Nutzung meiner Inhalte….blablabla“ Schildchen in der Timeline allerdings rein gar nichts. Wer mit dem Teufel tanzt, muss sich dessen Schritten anpassen. Oder man betritt gar nicht erst die Tanzfläche, sprich: spielt bei facebook eben nicht mit.